Brücken-Alert-Management (BAM)





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Brücken-Alert-Management (BAM)

   
 
 

Verwendung von Brücken-Alert-Management-Systemen empfohlen

Das Brücken-Alert-Management (BAM) dient der besseren Bearbeitung, Weiterleitung und Darstellung von Alerts. Dabei harmonisiert es die Priorität, Klassifizierung, Bearbeitung, Verteilung und Darstellung von Alerts.  Damit kann die Brückenmannschaft dem sicheren Schiffsbetrieb ihre volle Aufmerksamkeit widmen und sofort Alert-Situationen erkennen und Maßnahmen einleiten, die zur Aufrechterhaltung des sicheren Schiffsbetriebs erforderlich sind.

Die IMO empfiehlt den Regierungen die Verwendung von Brücken-Alert-Management-Systemen auf Schiffen unter ihrer Flagge zu fördern. Auf der Brücke eingebaute BAM sollen mindestens den in der Anlage zur IMO -Entschließung MSC.302(87) genannten Leistungsanforderungen entsprechen.

Grundsätzlich gilt dabei Folgendes:

  • BAM wird von der IMO als Empfehlung behandelt („encourage“) und in Deutschland  zunächst auch so umgesetzt.
  • „Anforderungen“ im IMO-Performance-Standard haben grundsätzlich Vorrang vor Spezifikationen im Teststandard, auch wenn dieser ggf. eher in Kraft tritt (siehe auch: VDR). In der Urkunde soll darauf hingewiesen werden, ob die „neuen“ oder „alten“ Anforderungen erfüllt werden. (dies gilt auch unter dem Gesichtspunkt, dass der Entwurf zur Neufassung der MED die Aktualitätsklausel für Teststandards nicht mehr vorsieht)

Im Einzelnen bedeutet das:

  1. Nach Inkrafttreten des Performance-Standard ist ein BAM (Modul BAM-HMI) nach SOLAS V 18 zulassungspflichtig, aber nicht ausrüstungspflichtig. Die Ausrüstung mit BAM wird allerdings empfohlen. Ausnahme: im INS- Performance-Standard ist ein Alert Management (AM) enthalten.
    Sind BAM und INS installiert, so sind die Alert Informationen in einem Central Alert Management (CAM)/Human Machine Interface (HMI) zu integrieren.
  2. Die für alle Systeme wirksamen Module des BAM-Performance-Standards (Querschnittsmodule A und C) werden ebenfalls zunächst nur als Ausrüstung empfohlen. Das gilt auch dann, wenn der aktuelle  Teststandard für ein Einzelsystem (wie etwa ECDIS, GYRO,…) die entsprechenden Testverfahren für diese Module bereits enthält (siehe oben: IMO-Vorrang).

Diese Regelung gilt solange bis:

  • die IMO die Anwendung von BAM allgemein oder in den Einzel-Performance-Standards verbindlich vorschreibt oder  
  • die MED den BAM-Performance-Standard für jedes einzelne Gerät verbindlich vorschreibt.

Schiffe sind mit einem BAM nicht ausrüstungspflichtig. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie empfiehlt aber den Herstellern von Einzelsystemen die Implementation der BAM-Funktionalität, weil sie sinnvoll ist und ohnehin mit einer verpflichtenden Umsetzung in der MED zu rechnen ist.

Urkunden sollen entweder den Hinweis enthalten, dass das Gerät nicht zum Anschluss an ein BAM geeignet ist (wenn die BAM-Teile des Teststandards nicht implementiert sind) oder, dass das Gerät bereits zum Anschluss an ein BAM oder INS geeignet ist (wenn die BAM-Teile des Teststandards implementiert sind, obwohl das noch nicht verpflichtend ist).

 

 
 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 22.04.2014 09:33:54  
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